Tšter

23.05.2017
Es hört einfach nicht auf

Es kommen ständig neue Lebensberichte:
Ein winziger Ausschnitt:
Ich musste zusehen wie der damalige Erzieher sich an meinem Bruder (Name bekannt) vergangen hat. Dieser Erzieher nannte sich Herr (Name bekannt). Auch andere Erwachsene machten das wie Herr (Name bekannt) . . . .  usw. usw.

Die Opferhilfe Korntal stellt den Aufklärern alle verfügbaren Fakten zur Verfügung.


Vorwort zur Täterseite

vom 31.10.2016

Die Täterliste soll keine Anklage gegen bestimmte Personen sein. Es geht uns darum, Zustände im Kinderheim und das Leid, das die Kinder erfahren haben, darzustellen, damit die Leser erkennen, dass es nicht nur um "wohlverdiente Prügel für eine Missetat", was damals (leider) durchaus üblich war, geht. Wir haben bewusst darauf verzichtet, Namen zu nennen. Dies will die Brüdergemeinde nach Abschluss der Aufarbeitung tun. Dann werden wir unsere Täterliste löschen.



seitheriger Text:
Wo es Opfer gibt, gibt es auch Täter. Die öffentliche Berichterstattung erweckte zunächst den Eindruck, in Korntal ginge es nur um einen Fall. Es gibt aber viele Fälle und viele Täter. Deshalb ist es notwendig, die bisher bekannten Fakten den Tätern zuzuordnen. Die folgenden Informationen beziehen sich nur auf Straftaten, die auch damals schon juristisch geahndet wurden und nicht durch die seinerzeit üblichen Erziehungsmethoden gedeckt sind.

Die hier gemachten Angaben beziehen sich auf die Aussagen von immer mehr Opfern. Fast täglich treffen weitere Aussagen ein. Teilweise liegen auch Erklärungen an Eides statt vor, die es verantwortbar machen, die Öffentlichkeit zu informieren.

Die Täter 1 und 2 sind namentlich bekannt, ihre Namen werden auch vom Heimträger genannt. Beide sind schon verstorben. Alle weiteren Angaben sind anonymisiert.

Die Tätertypen reichen von den Zuhältern, die Menschenhandel und Zwangsprostitution als Geschäft betreiben bis zu denen, die einfach nur ihre eigenen Gelüste befriedigen.



Täter 1

 

Diesen Mann darf man derzeit als einen der Haupttäter bezeichnen. Er ist am häufigsten genannt, selbst der Heimträger hat schon seinen Namen öffentlich gemacht und mehrfach bestätigt, dass dieser Täter die Funktion eines Hausmeisters im Hoffmannhaus hatte.

Er war der überwiegende Nutzer des roten Traktors (siehe Tatorte)

Er wird von bislang 40 Opfern genannt, denen er Gewalt angetan hat, weitere 20 Opfer schildern unsittliche Berührungen, die Dunkelziffer lässt sich nur erahnen.

Er hatte die für einen Hausmeister merkwürdige Aufgabe, die Aufsicht beim Duschen der Kinder zu führen. Er hatte zu kontrollieren, ob die Kinder eine sorgfältige Reinigung vornahmen, war dies nicht der Fall, hatte er selbst Hand anzulegen und zu helfen. Wie er das und was er da tat, war alleine seine Entscheidung, eine Kontrolle der Heimleitung gab es wohl nicht.

Seine Taten sollten ursprünglich nur bis 1975 aufgeklärt werden. Am 13.01.2015 hat der Heimträger öffentlich bekannt gegeben, dass nunmehr alle Vorkommnisse bis zur Gegenwart aufgeklärt werden sollen (inzwischen widerrufen).

Zu Täter 1 liegen noch viele weitere Informationen vor. Unklar ist allerdings das Ende seines Lebens. Es gibt Berichte, die sich widersprechen. So ist sowohl von Selbstmord als auch von Unfall die Rede. Doch auch diese Frage wird nun geklärt werden können.

Außerdem gibt es (noch zu prüfende) Berichte, nach denen Täter 1 selbst schon Heimkind in Korntal war. Ist er womöglich vom Opfer zum Täter geworden? Wie weit zurück reicht die Geschichte des Missbrauchs in Korntal?

 

Täter 2

Ein Privatmann aus Korntal.


Täter 3


Dieser Mann war zuerst in der Verwaltung und dann in der heimeigenen Bäckerei beschäftigt. Er stand in Kontakt mit Täter 1.

Er verübte Übergriffe hauptsächlich auf Mädchen. Dies geschah sowohl im Heim als auch außerhalb. Er nahm Kinder mit nach Hause (in sein Haus in Korntal). Die Kinder blieben dort teilweise auch über Nacht. Für diese "Dienste" wurden sie entlohnt (Normaltarif: 5.- DM), die Kunden kamen überwiegend aus dem Ort. Zu diesem Täter und zu diesem Thema gibt es immer mehr Zeuginnen (Betroffene) und jetzt auch weitere Zeugen. Der Tatort kann demnächst benannt werden. Täter 3 gehört zur Gruppe der Täter, die die Sache gewerblich betrieben haben.


Täter 4

Dieser Mann war überwiegend in der Landwirtschaft tätig. Er missbrauchte ältere Mädchen oder Auszubildende, die er durch Alkohol gefügg machte. Er war mit den Tätern 1-3 in Kontakt. Seine Frau war auch im Heim tätig und hatte nach vielfachen Berichten ein Verhältnis mit dem Heimleiter. Dennoch stand sie ihrem Mann zur Seite und stahl Tagebuchaufzeichnungen von Opfern, um Beweise verschwinden zu lassen.

Die heimeigene Landwirtschaft, in der auch vom Staat finanzierte Zivildienstleistende arbeiten mussten, verkaufte ihre Erzeugnisse gewinnbringend auf den Großmärkten, während für die Heimkinder anderswo billigere und minderwertigere Ware eingekauft wurde.


Täter 5

Dieser Mann war jahrzehntelang Lehrer an der heimeigenen Schule. Unter dem Vorwand notwendiger "Nachhilfestunden" nahm er Kinder mit nach Hause. In seinem Haus in einer Gemeinde am Neckar kam es dann zu Übergriffen und Missbrauch. Er missbrauchte auch Kinder in der Schul-Toilette. Täter 5 fuhr damals einen blauen Audi Ro 80.


Täter 6

Auch dieser Mann war Lehrer an der heimeigenen Schule. Er ging 10 Jahre früher als Täter 5 in den Ruhestand. Täter 6 war klein, untersetzt und fuhr einen dunkelgrünen Peugeot. Sein Spezialgebiet war das unsittliche Berühren von Mädchen.


Täter 7

war bei einem bundesweit tätigen Transportunternehmen tätig und wohnte in der Nähe des Hoffmannhauses. Er war häufiger Gast im Heim und nahm Buben mit nach Hause.


Täterin 8

ist eine Frau, die noch lebt. Ihr Spezialgebiet sind neben Prügelorgien das Ziehen an den intimen Körperteilen, das Schlagen auf diese und das Foltern dieser Körperteile mit der Zahnbürste. Dazu gebrauchte sie eine beliebige Zahnbürste, mit der anschließend eines der Kinder wieder die Zahnreinigung vornehmen musste.

Neben Missbrauch und Misshandlung kommt nun auch noch die Veruntreuung öffentlicher Gelder hinzu:

Die vom Jugendamt bezahlten Kleidungsstücke wurden nicht den Heimkindern überlassen, sondern von dieser Erzieherin "privatisiert". Die Heimkinder mussten selbst die Pakete mit ihren neu gekauften Kleidungsstücken zur Post bringen.

Die Weihnachtsgeschenke durften nur am Heiligen Abend benutzt werden, die Spielsachen waren danach verschwunden, ebenso privatisiert.

Das Kapitel "Veruntreuung öffentlicher Gelder" wird ein ganz eigenes Kapitel der bevorstehenden Aufarbeitung sein.

Inzwischen (Juli 2015) häufen sich die Berichte über weitere Raubzüge dieser Frau und nicht nur das, sie hat auch die erste Stelle bei den Folterern inne.


Täter 9

hat nach der Jahrtausendwende Kinder missbraucht und musste dafür eine mehrjährige Haftstrafe verbüßen.

LKZ vom 8.8.2002:
. . Polizei schließt weitere Fälle von Missbrauch nicht aus . . . . . . Im Kinderheim Flattichhaus soll ein 38-jähriger Erzieher einen heute zwölfjährigen Jungen zehn Monate lang sexuell missbraucht haben. Das bestätigten gestern Polizei und Staatsanwaltschaft. . .

LKZ vom 29.1.2003
  . . . Wie die Staatsanwaltschaft Stuttgart im Vorfeld der Verhandlung mitteilte, werden dem Erzieher nun insgesamt rund 40 Einzeltaten innerhalb eines Zeitraums von September 2000 bis Juni 2002 zur Last gelegt. . .

LKZ vom 30.1.2003
. . . Für Missbrauch von Kindern und Schutzbefohlenen in mehr als 40 Fällen und Besitz von kinderpornographischen Schriften bekam ein 38-jähriger Erzieher aus Murrhardt am Mittwoch vor dem Landgericht in Stuttgart die Quittung: Vier Jahre und neun Monate Haft sowie lebenslanges Arbeitsverbot. . . Der pädophile Erzieher hatte zwischen September 2000 und Juni 2002 insgesamt sechs Jungen im Alter zwischen elf und 14 Jahren sexuell belästigt. Wie bereits berichtet, ereignete sich die Mehrzahl der Übergriffe im Flattichhaus in Korntal. . .


30.03.2015
Ergänzung


Entgegen früherer Annahmen wurde dieser Fall nicht in Korntal aufgeklärt. Es gab zwar Anzeichen, aber keinen konkreten Tatverdacht. Der Täter 9 hat sich an ein anderes Heim beworben und ist von sich aus gegangen. Von Korntal erhielt er ein qualifiziertes Arbeitszeugnis ohne Hinweis auf ein mögliches Fehlverhalten. An der neuen Arbeitsstelle hat er sein Treiben fortgesetzt und ist angezeigt worden. Im Nachgang wurden dann von der Staatsanwaltschaft auch die Korntaler Vorfälle aufgeklärt. 

Warum ist man in Korntal den Hinweisen nicht intensiver nachgegangen? War man froh, dass der Täter 9 von sich aus einen neuen Arbeitgeber gesucht hat, und hat deshalb auf die Aufklärung verzichtet? Hat trotz der hohen Zahl später nachgewiesener Fälle niemand etwas bemerkt? Und die wichtigste Frage: welche Therapien hat man den - nachgewiesenen - Opfern anschließend organisiert oder ermöglicht? Wir befinden uns hier schließlich schon im Jahre 2003.

Zeitzeugenbericht zu Täter 9 - Februar 2017

Hallo, ich wollte mich zu ihrem Bericht zu Täter 9 mal äußern. 

Ich war früher genau mit diesem Erzieher auch in diesem Heim. Dieser Erzieher war auch in meiner Gruppe für mich verantwortlich. Zu dieser Zeit war ich ca. 13 Jahre alt.
Ich kann mich noch an eine Situation erinnern. Da waren wir mit der Gruppe im Urlaub im Schwarzwald in Grafenhausen. Es waren zu wenig Betten und ich musste mit diesem Erzieher im Bett schlafen. Ich weiß noch, einmal nachts wachte ich auf und sah eine Videokamera dort liegen. Er fragte mich, ob ich sexuell erregt wäre. Ich antwortete nicht und drehte mich um und wollte weiter schlafen.
Ich wollte am nächsten Tag in ein anderes Zimmer, durfte aber nicht. Ich hatte dann die ganze Woche noch Angst, neben ihm zu schlafen. Ich sagte niemanden etwas, weil ich mir zu diesem Zeitpunkt nicht klar war, was da passiert ist, bis er verhaftet wurde.
Ich musste dann zur Kripo und es wurde mir gesagt, es war wohl nicht nur bei mir so. Er muss mich wohl nachts gefilmt haben und irgendetwas gemacht haben. Ich bin in der Zwischenzeit 30 Jahre alt.

Ich fände es nur mal interessant, diesen Fall bei Ihnen zu lesen.

Dieser Bitte ist hiermit entsprochen. (Die Redaktion, 3.3.2017)


Täterin 10

wird derzeit überprüft


Täter 11

ist ein Mann, der für die Wäscherei zuständig war. Der starke Raucher betreute die Voliere des Hoffmannhauses und war immer Schiedsrichter bei Fußballturnieren. Er hat nachweislich Mädchen missbraucht. Seine Dienstwohnung im Heim war beliebt, denn dort durfte man rauchen, trinken und schmusen.

 

Täterin 12

war Erzieherin (Diakonisse) im Flattichhaus. Sie nötigte einen Buben zu einer längeren Liebesbeziehung, auch körperlich.

 

Täter 13

war Stallbursche in Wilhelmsdorf. Der hinkende Pfeifenraucher hat Buben missbraucht.

 

Täterin 14

ist eine Erzieherin. Zu ihren Taten gibt es Akten in den Archiven. Sie hat Kinder krankenhausreif geprügelt und dann versteckt. Der Heimarzt hat den Fall aktenkundig gemacht. Es wurde versucht, den Fall zu bagatellisieren. Nachdem die zuständigen Ämter nicht nachgaben, war Tante R. plötzlich verschwunden. Sie wurde als Missionarin weiter beschäftigt. (Die Akten liegen vor).

 

Täter 15

war Lehrer einer Oberklasse in Wilhelmsdorf und nahm mehrmals eine Minderjährige über Nacht mit in sein Zimmer. Das Mädchen erzählte von Intimitäten. In den (uns vorliegenden) Akten zu diesem Vorfall ist nachzulesen, dass man dieses Mädchen deshalb aus dem Heim entfernen wollte (nicht den Lehrer).

 

Täter 16

gehörte zum Kollegium der Korntaler Schule. Er wurde permanent übergriffig gegenüber Buben und Mädchen, berührte nachweislich die Geschlechtsteile eines Schülers. Er war etwa zeitgleich mit Täter 9 tätig. Deshalb kennen ihn auch noch fast alle der heute Verantwortlichen. Zudem besucht er noch heute das Kinderheim bei festlichen Anlässen.

Der damalige Ansprechpartner für die Beschwerden der Erzieher, Lehrer und Schüler sitzt heute in der Steuerungsgruppe und hat mit entschieden, dass dieser Zeitraum nicht aufgearbeitet wird.

Im Gegensatz zu Täter 9 wurde aber nichts gegen Täter 16 unternommen, sondern er war plötzlich über Nacht verschwunden. Kurz darauf wird er aktenkundig in gleicher Funktion in einer ähnlichen Einrichtung im Ausland (Zeitungsartikel liegen vor). Auch dort bleibt er nicht lange und seine Spur verliert sich.

Dieser Fall zeigt, dass auch in jüngerer Zeit das Netzwerk des Schweigens funktioniert hat. Wie in der katholischen Kirche gibt es die problemlose Weiterbeschäftigung andernorts. Täter und Einrichtung werden um jeden Preis geschützt, die mögliche Gefährdung weiterer Opfer wird bewusst in Kauf genommen. Damit wird der Träger zum Komplizen, zum Mittäter.

Fragen 1. Teil:
Dies führt unweigerlich zur Frage, inwieweit ein Träger, der einem Täter wissentlich und vorsätzlich ein neues Betätigungsfeld verschafft, grundsätzlich für eine Trägerschaft geeignet ist (s.a. Täterin 14).

Fragen 2. Teil:
Wurden problematische Mitarbeiter an andere Einrichtungen nur weitergegeben oder hat man - im Gegenzug - auch solche von anderen Einrichtungen aufgenommen?
Normalerweise geht so etwas nur mit Geben und Nehmen.
Und wenn es zudem nach den eigenen Wertevorstellungen nicht problematisch erscheint, dass ein Täter anderswo weitermacht?
Dann kann man doch auch nehmen?

Fragen 3. Teil:
Welche Rolle spielte die Aufsichtsbehörde, das Jugendamt?
Wurde weggeschaut?
Hat man nachgefragt, warum wichtige Ansprechpartner sich in Luft auflösen?
Sind die, die weggeschaut haben, noch tätig?
Wenn ja, wo arbeiten sie heute?
Schauen sie immer noch weg?

Nach dem plötzlichen Weggang von Täter 16 wurde seine Nachfolge von einem Mitarbeiter übernommen, der zu diesem Zeitpunkt auch schon sehr lange in Heim und Schule tätig war. Dieser Nachfolger sollte sich dringend zu diesem Fall äußern, insbesondere auch deshalb, weil es zu Täter 16 nicht nur Berichte ehemaliger Heimkinder, sondern auch solche von Lehrkräften gibt und man von mehrfach belegten Informationen ausgehen darf.

Täter 17

war ein Erzieher, der die Kinder besonders brutal geschlagen hat (Gruppenname und Zeitraum sind bekannt).

 

Täter 18

mimte den Nikolaus. Alle Kinder der Gruppe bekamen ein Geschenk. Ein Kind aber war, abgesprochen mit der Erzieherin, als Opfer auserkoren. Es war ein schwieriges Kind, weil es wegen eines Handicaps von allen ständig gehänselt wurde. Als dieses Kind an der Reihe war, wurde es vom Nikolaus vor allen anderen mit der Rute durchgeprügelt. Anschließend steckte der Nikolaus das Kind in den Sack und schleppte es die Treppe hinunter. Auf jeder Treppenstufe wurde der Sack mit dem Kind gegen die Wand geschlagen. Ein Heiliger Mann am Heil'gen Ort.

 

Täter 19

war Stallknecht im Hoffmannhaus, er hinkte etwas. Er wohnte im Heim und stillte sein Verlangen bei minderjährigen Mädchen, hier sind auch Namen aktenkundig.

 

Täter 20

ist der erste, der hier beim Namen genannt wird. Es ist der Zeitgeist. Oft und gerne sind es dieselben Menschen, die den Zeitgeist als Widersacher sehen, wenn es um aktuelle Wertediskussionen (z.B. die Bildungspläne) geht. Derselbe Zeitgeist wird aber zum Gesellen, wenn es um die Vergangenheit geht: "das war eben damals so, das haben alle so gemacht, ich hab' auch mal einen Klaps gekriegt, das ist überall passiert." Mit solchen Worten werden selbst schlimme Verbrechen - natürlich nur in der Vergangenheit - entschuldigt. Der Bruder dieses Geistes ist die Doppelmoral: draußen hängen die Leitbilder und der verbindliche Wertekatalog, drinnen darfs ein bisschen lockerer sein, da gelten nicht die gleichen Gesetze.

Bis hierher wäre der Zeitgeist noch ein Thema für die Kabarettisten. Wenn es aber um Missbrauch und gar um den Verkauf von Kindern geht, dann wird es Zeit, diesen Täter als ersten zu entlarven.

Der Zeitgeist wurde inzwischen auch vom Nachfolger von Täter 16 öffentlich (in der StZ) als Verantwortlicher genannt. 

 

Täter 21

ist ein Mann aus Feuerbach. Er kam ins Hoffmannhaus, um sich als Patenonkel anzubieten. Er durfte in der Folge Kinder mit nach Hause nehmen und hat sie dort missbraucht. Zumindest bei einem dieser Kinder steht fest, dass nicht das Jugendamt, sondern der damalige und inzwischen verstorbene Heimleiter die Vormundschaft innehatte.

Hinter diesem Täter scheint sich eine ganze Gruppe weiterer Täter zu verbergen. Es gibt weitere Berichte über andere solche Paten.

Hier zeigen sich außerdem weitere Strukturen des Netzwerkes, das wohl noch größer und weitläufiger gewesen ist, als bisher angenommen. Je mehr heimfremde Personen ins Spiel kommen, desto mehr drängt sich die Frage auf, inwieweit auch dieses Patenmodell gewerbsmäßig war und nicht nur der "Betrieb" von Täter 3.

 

Täter 22 

lebt nicht mehr. Er hatte eine leitende Funktion und betrieb Menschenhandel und Zwangsprostitution. Als Zuhälter vermietete er Kinder gegen eine Spende an sogenannte Paten. Zudem bereicherte er sich am Vermögen der Allgemeinheit. Bei ihm konnte man Kinder "bestellen" mit konkreten Wünschen betr. Alter und Geschlecht. (lt. Fersehbericht in der ARD von 30.05.2017)

Täter 23

wohnte im Haus von Täter 3. Er verkehrte mit minderjährigen Mädchen aus dem Heim und aus der Gemeinde.

Täter 24

war Erzieher im Korntaler Internat. Er hat dort in großem Stil Buben missbraucht und auch Gruppen-Missbrauch organisiert.


Täterin 25

verübte keinen spektakulären Missbrauch, es geht um die alltägliche Gewalt, den Sadismus, den sie ausübte und die emotionale Vernachlässigung. Es wird unter anderem beschrieben, dass die Kinder jeden Abend ohne konkreten Anlass von der Schwester L. mit einem eigens dafür in heißem Wasser erhitzten Kleiderbügel verprügelt wurden und dass die stellvertretende Heimleiterin sie dabei unterstützte.
Quelle: Das Buch „Verwahrlost und Gefährdet? Heimerziehung in Baden-Württemberg 1949 - 1975“

Täterin 26

eine stellvertretende Heimleiterin, die der Täterin 25 assistierte. (Quelle und Nachweis siehe Täterin 25)

Täter 27

Ein Erzieher, der Kinder sogar im Beisein anderer missbrauchte (Name bekannt)

Täter 28

Ein früherer Pfarrer der Brüdergemeinde (Verstorben) hat sich laut einem Pressebericht vom 29.05.2017 womöglich an Jungs vergangen.

Täter 29

Ein früherer Ditzinger Pfarrer (laut Pressebericht vom 03.06.2017) war Mitwisser und hat zumindest in einem Fall versucht, Kontakt zu enem Kind aufzunehmen.

Täterin 30

ist die zweite, die beim Namen genannt wird. Es ist die "Religiöse Ideologie". Eine Ideologie, die Kinder, die in ein Heim eingewiesen werden, als "von Natur aus schlecht" definiert und im Namen eines strafenden Gottes zum Vollstrecker wird. Die christliche Barmherzigkeit bleibt auf der Strecke. Zudem hat die "Religiöse Ideologie" in ihrem Eifer Taten geduldet, die auch vor 50 Jahren schon schlimmste Straftaten waren.

Täterin 30 hat bis heute viele Anhänger, die bereit sind, einen Wertekanon zu vertreten, der von unserem Grundgesetz nicht gedeckt ist.


Stand 20. Juni 2017